Empfehlungen und News

                                 Flensburg im August

                             Hilfe für Scheidungseltern

1.  Sagt uns rechtzeitig Bescheid!

Es verunsichert uns, wenn wir monatelang außer nonverbalen Botschaften keine Informationen bekommen. Wir brauchen wie ihr auch Zeit, uns auf die Trennung einzustellen.

 

2.  Erkennt unsere Gefühlslage an!

Wir brauchen eine Anerkennung und Bestätigung unserer Gefühle, auch wenn sie für euch schwierig sind.

 

3.  Lasst uns hören und spüren, dass ihr uns noch liebt!

Es ist für uns nicht selbstverständlich, dass eure Liebe zu uns weitergeht. Wir haben Angst, dass eure Liebe zu uns ebenfalls zerbricht.

 

4.Lasst uns heraus aus der Verantwortung für eure Trennung!

Sprecht es aus, dass es nicht unsere Schuld ist.

 

5.  Entscheidet euch: Wollt ihr weiterhin Eltern sein oder wollt ihr Kampf?

Wir wollen unsere Sportfeste, Schulabschlüsse, Hochzeiten begehen können ohne uns fürchten zu müssen, ob das mit euch klar geht. Auch wenn wir Pech undPannen haben, täte es uns gut, ihr würdet euch elterlich verhalten.

 

6.  Streitet euch nicht über uns!

Es ist furchtbar, wenn wir bei eurem Streit unsere Namen hören. Und einigt euch auch, wer unseren Gitarrenunterricht bezahlt. Sonst wagen wir es bald gar nicht mehr, euch unsere Wünsche vorzutragen.

 

7.  Redet zu uns nicht schlecht über den abwesenden Elternteil!

Wir haben doch von euch beiden was in uns. Sonst fühlen wir uns gleich mit schlecht gemacht. Lasst uns die Möglichkeit, euch beide zu lieben. und sprecht auch mal positiv über den anderen.

 

8.  Wir sind keine Spione, keine Briefträger und keine Botschafter!

Verschont uns also mit Aushorchereien.

 

                                  Flensburg im Mai

                            Frieden mit meiner Mutter

Ist es möglich, einen späten Frieden mit unserer Mutter zu schließen?

Ein Leben lang sehnen wir uns nach ihrer Anerkennung und Liebe und plötzlich ist sie alt. Zu gern würden wir eine sentimentale Fantasie erleben:

Die Mutter liegt matt auf ihrem Sterbebett, schaut uns tränenüberströmt an und haucht "Es tut mir Leid, dass ich immer so kühl zu dir war, bitte verzeihe mir!"

So läuft es leider nicht! Ich muss akzeptieren, dass sie so viel Selbstkritik und Intimität gar nicht zulassen kann.

Vielen Müttern fehlt die Fähigkeit zur Empathie, haben es selbst bei ihren Müttern nicht erfahren. Und viele Kinder denken, wenn sie sich noch ein bißchen mehr anstrengen und lieber und braver sind, bekommen sie ihre uneingeschränkte Liebe und Zuwendung.

Vielleicht können wir trotz unserer Verletztheit auch das Leid unserer Mutter sehen, wie sie gefangen ist in ihrer Geschichte. Mitgefühl ist ein Versuch, unseren Groll loszulassen, die Vorwürfe aufzugeben und die Dinge zu sehen wie sie wirklich sind.

Es gehört zum Erwachsenwerden dazu, unsere kindliche Hoffnung auf eine wundersame Wandlung unserer Mutter aufzugeben und Frieden zu machen mit dem was war.

 

                                   Flensburg im März

                  Das Geheimnis einer starken Ausstrahlung

Manchmal wollen wir einfach unsere Ruhe haben und sind froh, wenn wir nicht im Mittelpunkt stehen. Aber ab und zu ist es praktisch, wenn wir unseren Leuchtschalter anknipsen können. Zum Beispiel, um mit einem sympatischen Mann oder einer Frau ins Gespräch zu kommen, bei einer Konferenz gehört zu werden oder sich auf einem Fest nicht zu langweilen.

Ausstrahlung lässt sich lernen!

1. Laß andere an deinen Gefühlen teilhaben! Mit einem ehrlichen Lächeln oder ansteckendem Lachen. Und zeige auch Trauer und Ärger!

Wenn du wertschätzend mit dir und deinen Gefühlen umgehst, strahlst du Selbstbewußtsein aus. Genieße ein Kompliment und bedanke dich! Tritt in Kontakt mit deinen Gefühlen und zeige sie!

2. Interessiere dich wirklich für dein Gegenüber! Höre zu ohne mit deinem Blick abzuschweifen! Schaue nicht aufs Handy! Merke dir den Namen! Frage nach, wenn du das Gefühl hast, der andere sieht müde aus oder wenn du etwas nicht verstanden hast! Versuche, dich in den anderen hineinzuversetzen!

3. Reagiere ruhig und angemessen auf eine Situation! Behalte deine Souveränität in unruhigen Augenblicken! Stehe fest und richte dich auf! Die Körpersprache und dein Auftreten vor Menschen lassen sich trainieren. Wenn dir jemand ins Wort fällt, schau ihn nicht an. Berühre ihn zum Beispiel kurz am Arm und sprich weiter! Achte auf deine Körpersprache!

 

                                  Flensburg im Februar

                                        Narzissmus

Narzissmus kann entstehen durch eine nicht geglückte Eltern-Kind Beziehung, durch mangelnde Liebe und Einfühlung oder durch Überbehütung. Ein Kind kann ausgebeutet werden, wenn es als Aufwertung des Selbstwertes der Eltern benutzt wird auf Kosten der eigenen kindlichen Individualität.

Um die Liebe der Eltern nicht zu verlieren, tötet ein Kind lieber seine Gefühle ab wie Wut, Aggression, Lust und Schmerz. Es entsteht ein Zwiespalt zwischen äusserer stark erscheinender Maske und innerer Unsicherheit und Abwertung. Keiner darf davon erfahren.

Beim Ausbleiben von äusserer narzistischer Zufuhr im Sinne von Bewunderung und Anerkennung kann es zu schweren Depressionen kommen. Das kann zum Beispiel geschehen bei einer Erkrankung, beim Älterwerden, Verlust der Arbeit, Auszug der Kinder oder bei einer Zurückweisung. Die Ablehnung eines Wunsches wird gleichbedeutend empfunden wie die Ablehnung als ganze Person. Bewunderung und Liebe werden gleichgesetzt.

Ziel einer Therapie ist es, die angeblich negativen Botschaften der Anderen zu entschlüsseln, bewußt zu machen und durch neue, positive zu ersetzen und emotional zu verankern.

 

 

                                 Flensburg im Januar

                        Wichtige Entscheidungen treffen

Oft treffen wir Entscheidungen, weil wir kurzfristig Schmerz oder Ärger vermeiden wollen und handeln uns damit langfristig Probleme ein. Eine Möglichkeit, eine wichtige Entscheidung anzugehen, ist das 10-10-10

Modell, das Suzy Welch entwickelt hat. Wir sammeln möglichst viele Informationen und fragen uns dann: Welche Auswirkungen hat eine Entscheidung in 10 Minuten, in 10 Monaten und in 10 Jahren?

Diese unterschiedlichen Zeitperspektiven können sehr schnell deutlich machen, ob eine Entscheidung mit unseren Wünschen und Vorstellungen vereinbar ist.

Bei komplexen Situationen ist unser Verstand oft überfordert. Unser Bewußtsein kann nur eine begrenzte Zahl an Informationen sammeln.

Hier sollten wir besser auf unser Bauchgefühl hören. Wir geben unserem emotionalen Erfahrungsgedächtnis eine Chance. Es kann eine große Datenmenge in kurzer Zeit verarbeiten wie ein PC mit sehr großem Arbeitsspeicher.

Wir sollten ganzheitlich unser Bauchgefühl und unseren Verstand einsetzen bei der Lösung eines Problems.

Wir können uns auch die Katastrophenfrage stellen: Was wäre, wenn sich meine Entscheidung als falsch herausstellen würde? Dann würden wir vielleicht bedauern, eine Affaire mit einem jüngeren Partner nicht gewagt zu haben, eine große Reise nicht erlebt zu haben , einen Job nicht gewechselt zu haben oder in einer kleineren Wohnung zu wohnen. Katastrophe??

 

                                 Flensburg im Dezember

                                        Für den Notfall !

Wie kann ich meine Gedanken sortieren, wenn meine Partnerschaft in einer Krise steckt?

Wir bewegen uns gedanklich in einer Endlosschleife, werden überrollt von unseren Gefühlen und sehen keine Lösung.

Da ist es hilfreich, sich einen Zettel und einen Stift zu nehmen und sich folgende Fragen zu beantworten:

 

1. Was verbindet uns?

2. Was trennt uns?

3. Was würde mir fehlen, wenn mein Partner nicht mehr da wäre?

4. Welche Vorstellungen habe ich von einer guten Partnerschaft?

 

Einige Bücher können Ihnen, lieber Leser, vielleicht Anregungen geben, Ihre Partnerschaft aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

 

Ich empfehle das Buch "Paare in Therapie" von Roland Weber im Klett-Cotta Verlag. Das Buch wendet sich sowohl an Fachleute aus den helfenden Berufen als auch an psychologisch Interessierte und Ratsuchende.

 

Empfehlenswert ist ein Buch über Patchworkfamilien:

"Pachtworkfamilie - Wie zwei Familien zusammenwachsen" von Starke, Heß und Belviso im Beltz Verlag.

 

Hilfreich ist  auch das Buch "Die Liebesformel - Vom richtigen Umgang mit Gefühlen und Konflikten" von Peter Lauster. Vertrauen, Geborgenheit, Freundschaft, Verläßlichkeit und Treue sind wichtige Elemente einer Partnerschaft. Die Liebe aber gedeiht nur in der Freiheit der Seele.

 

Gut zu lesen ist das Buch  "Liebe deinen Partner wie dich selbst" von Michael Cöllen aus dem  Gütersloher Verlagshaus.

Oft leiden Paare an einem narzistischen Grundkonflikt, sie fürchten Intimität und das seelische, geistige und körperliche Einswerden mit dem Anderen. Das vorliegende Buch zeigt Heilungswege auf.

 

Auch empfehlenswert ist das Buch " Wer die Liebe sucht... Orientierungshilfen für Paare " von Oskar Holzberg, Ellert u. Richter Verlag

Im Alltag der Paartherapie werden verschiedene Phasen einer Liebesbeziehung deutlich. Der Autor zeigt, wie mit Hilfe der Psychotherapie die Liebe wieder einen Platz in der Partnerschaft bekommen kann.